Streetfotografie von Marina Becker, Sieglinde Hankele und Henry A. Schulze in Aalen
Streetfotografie von Marina Becker, Sieglinde Hankele und Henry A. Schulze in Aalen

Streetfotografie von Marina Becker, Sieglinde Hankele und Henry A. Schulze in Aalen

Am 10. November wurde im KWA Albstift Aalen eine Fotoausstellung eröffnet, in der Bilder von zwei Clubmitgliedern sowie einem Freund zu sehen sind: von Marina Becker aus Herrieden, Sieglinde Hankele aus Mönchsroth und Henry A. Schulze aus Augsburg. Fast ein Dutzend anderer Clubmitglieder sowie zahlreiche Stiftsbewohner waren unter den Gästen der Vernissage, um sich „Menschenbilder aus drei Perspektiven“ anzuschauen.

Von links: Marina Becker, Sieglinde Hankele, Henry A. Schulze

Was verbindet Marina (links), Sigi und Henry?

Alle drei lieben Schwarzweißbilder. Alle drei fotografieren gerne Menschen im öffentlichen Raum. So entstehen authentische Bilder, auf denen sich die Fotografierten nicht verstellen. Erklärtes Ziel ihrer Bilderschau im KWA Albstift Aalen ist „Kino im Kopf“. Storytelling.

Laudatio von Herbert Ramsenthaler

Nach der Begrüßung durch Stiftsdirektorin Andrea Schneider mit Gedanken zur Ausstellung übergab diese das Mikrofon an Herbert Ramsenthaler, einen pensionierten Lehrer aus Mittelfranken.

Ramsenthaler setzte sich unter anderem mit der Frage auseinander, ob es sich bei den ausgestellten Bildern um Kunst handelt. „Nicht jede Fotografie stellt eine künstlerische Leistung dar“, ist er sich sicher. Er verwies auf die vielen Selfies und Schnappschüsse von Essen. Als Beispiel nannte er Essensfotos eines amtierenden Ministerpräsidenten in sozialen Medien. Das brachte Lacher und Zustimmung. Diesen Fotografien fehlen maßgebliche Merkmale für Kunst: Das ernsthafte Bemühen, Gefühle und Gedanken in einem Werk auszudrücken und mit anderen zu teilen.

„Wir brauchen ein geeignetes Motiv, die richtige Bildkomposition, den richtigen Moment, müssen auf die richtige Belichtung achten und dabei die Würde des Fotografierten sowie die Gesetzeslage beachten“, so Ramsenthaler. „Und das innerhalb eines Augenblicks, also im Bruchteil einer Sekunde. Diese drei Fotokünstler, deren Werke wir heute sehen dürfen, haben diesen Blick. Sie zeigen uns, dass das Alltägliche nicht banal ist. Dass Schönheit oft im Ungeplanten liegt.“

Warum in der Streetfotografie oft auf Farbe verzichtet wird? Ramsenthaler denkt:

  • Schwarz-Weiß-Bilder reduzieren alles auf das Wesentliche, keine Farbe lenkt von dem Motiv ab.
  • Der Betrachter kann das Bildgeschehen leichter deuten.
  • Die Linien in Grautönen führen durch das Bild und hin zu dem Motiv. 
  •  Schwarz-Weiß-Bilder wirken zeitloser.

Zum Abschluss seiner Ausführungen teilte Ramsenthaler seine Gedanken zu drei ausgestellten Bildern:

  • „Tre Signori“ von Sieglinde Hankele, aufgenommen in Sizilien – drei alte Männer sitzen auf einer Bank, lachen, wirken kindlich-unbeschwert wie bei einem Schulausflug;
  • „Lush Life“ von Marina Becker, aufgenommen in Magdeburg – ein Mann läuft über ein Fußgängerbrücke, die Stahlkonstruktion umschließt ihn wie eine gotische Kathedrale;
  • „Crossing Realities“ von Henry A. Schulze, aufgenommen in Barcelona – eine Szene mit einem Bettler und Passanten, die so mancher gar nicht wahrnimmt.

Bilder von der Vernissage

  • Foto: Reinhardt Schmidt
  • Laudator Herbert Ramsenthaler und Stiftsdirektorin Andrea Schneider - Foto: Reinhardt Schmidt
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Von links: Marina Becker, Henry A. Schulze, Sieglinde Hankele - Foto: Reinhardt Schmidt
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Friedrich Weigel
  • Foto: Karl Eißner
  • Foto: Karl Eißner
  • Marina Becker vor ihrem Bild "Soulmate" - Foto: Reinhardt Schmidt
  • Henry A. Schulze vor seinem Bild "Klang zwischen den Zeiten" - Foto: Reinhardt Schmidt
  • Sieglinde Hankele vor ihrem Bild "Shopping Queens" - Foto: Reinhardt Schmidt
  • Foto: Karl Eißner
  • Foto: Reinhardt Schmidt
  • Foto: Reinhardt Schmidt
  • Foto: Reinhardt Schmidt

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Dezember geöffnet, täglich von 9 bis 17 Uhr, bei freiem Eintritt.
Ort: KWA Albstift Aalen, Zochentalweg 17, 73431 Aalen

Die drei Fotografen führen mit ihren Bildern in verschiedene Städte und Länder. Wirklich jede Fotografie erzählt eine kleine Geschichte. Aufnahmeort und Aufnahmejahr sind für alle 56 Bilder angegeben. Verweilen Sie vor jedem Bild ein wenig und lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Mehrmaliges Betrachten bringt immer wieder Neues ans Licht.